Hitzige Diskus­sionen am grössten Polit-Battle der Schweiz

Bereits zum neunten Mal organi¬≠sierten die Jungfrei¬≠sin¬≠nigen Stadt Luzern das schweizweit gr√∂sste Polit-Battle f√ľr Jungpo¬≠li¬≠ti¬≠ke¬≠rinnen und Jungpo¬≠li¬≠tiker. Der politik¬≠reiche Abend fand am 10. Oktober 2019 im Pool des Neubad Luzerns mit allen Parteien von links bis rechts statt. Um 19:00 Uhr begr√ľsste Lucas Zurkirchen, Pr√§sident der Jungfrei¬≠sin¬≠nigen Stadt Luzern, alle (Jung)Politiker und politisch Inter¬≠es¬≠sierten: ¬ęHerzlichen Dank f√ľr das zahlreiche Erscheinen. Wie in den letzten Jahren finden vier spannende Debatten statt. Ein Battle dauert 40 Minuten, wobei die Diskus¬≠si¬≠ons¬≠runde mit dem Publikum nicht zu kurz kommen wird.¬Ľ Dann forderte Lucas Zurkirchen die knapp hundert Teilnehmer auf, ihr Handy zu z√ľcken, um via Smart¬≠phone an den Live-Umfragen teilzu¬≠nehmen, die fortlaufend w√§hrend den Battles durch¬≠ge¬≠f√ľhrt wurden und einen direkten Einblick in die Gem√ľts¬≠lange des Publikums zuliessen.

¬ęIch bin klar f√ľr einen EU-Beitritt¬Ľ

Zum Thema Rahmen¬≠ab¬≠kommen stiegen als erstes auf der Pro-Seite Phillip Oswald von der JGLP und Ramon Bisang von den Jungfrei¬≠sin¬≠nigen in den Ring. Ihre Kontra¬≠henten ‚Äď welche norma¬≠ler¬≠weise aus der entge¬≠gen¬≠ge¬≠setzten politi¬≠schen Ecke kommen ‚Äď Kilian Kunz von der JSVP und Dennis Bucher, JUSO, heizten die Diskussion geh√∂rig an. F√ľr Phillip Oswald ist klar: ¬ęNimmt man das Rahmen¬≠ab¬≠kommen so an, wie es jetzt ist, hat es nur Vorteile f√ľr die Schweiz. Ein Nein hingegen schw√§cht unsere Position.¬Ľ So eine Aussage l√§sst die Kontra-Seite nicht lange auf sich sitzen, denn Kilian Kunz bringt die EU ins Spiel: ¬ęWirf mal einen Blick auf die EU. Der Schweiz geht es bedeutend besser. Wir machen es richtig, im Vergleich zur EU.¬Ľ Ramon Bisang weist darauf hin, dass er grund¬≠s√§tzlich f√ľr das Rahmen¬≠ab¬≠kommen ist, aber einige Punkte sich noch √§ndern m√ľssten, damit er ein Ja einwerfe. Gerade in puncto Unions¬≠b√ľrger-Richt¬≠linie und weitl√§u¬≠figer Kompetenz des Europ√§i¬≠schen Gerichtshofs. Dennis Bucher erkl√§rt, wieso er gegen das Rahmen¬≠ab¬≠kommen ist: ¬ęIch bin klar f√ľr einen EU-Beitritt.¬Ľ Dass die Beziehung zur EU von enormer Wichtigkeit ist, unter¬≠streicht der Moderator, Lucas Zurkirchen, mit dem Fakt, dass jeder dritte Schweizer Franken im Handel mit der EU erwirt¬≠schaftet wird. Anhand der Live-Umfrage wird klar, dass bei der Mehrheit des Publikums der Schuh in Bezug auf den Lohnschutz am meisten dr√ľckt. Auch diese Thematik wurde anschliessend, als die Diskussion f√ľr alle ge√∂ffnet wurde, noch heftig disku¬≠tiert.

Schiesst die Trink­was­ser­initiative am Ziel vorbei?

Den zweiten Schlag¬≠ab¬≠tausch lieferten sich Michelle Meyer von den Jungen Gr√ľnen und Anna-Lena Beck, JGLP, auf der Seite der Bef√ľr¬≠worter der Trink¬≠was¬≠ser¬≠initiative sowie Hanspeter Renggli von der JCVP und Lukas Hofstetter der JSVP auf der Kontra-Seite. Von Anfang an war klar, dass die Positionen gegen¬≠s√§tz¬≠licher kaum sein k√∂nnten und die Disku¬≠tie¬≠renden nicht einmal ann√§hernd einen gleichen Nenner finden w√ľrden. Die Fronten verh√§r¬≠teten sich nur noch mehr, als die Kontra-Seite prokla¬≠mierte, dass die Trink¬≠was¬≠ser¬≠initiative einer¬≠seits nichts mit Trink¬≠wasser an sich zu tun habe und anderer¬≠seits meilenweit am Ziel vorbei¬≠schiesse. Pascal Kaelin versuchte als Moderator das hitzige Wortge¬≠fecht zu beruhigen, bevor die Zuschauer ihr Votum abgaben: Nur knapp ein Drittel bef√ľr¬≠wortet die Initiative, √ľber 50 Prozent w√ľrden sie an diesem Abend ablehnen und der Rest ist noch unschl√ľssig.

¬ęDie Initiative der Jungfrei¬≠sin¬≠nigen saniert die AHV¬Ľ

Das dritte Battle lieferten sich Kim Rast von den Jungfrei¬≠sin¬≠nigen und Sebastian Huber von der JGLP gegen Severin Stalder, JUSO, und Jona Studhalter von den Jungen Gr√ľnen zum immer aktuellen Thema AHV-Reform. Streit¬≠ge¬≠gen¬≠stand war die neue Renten¬≠in¬≠itiative von den Jungfrei¬≠sin¬≠nigen. Die Initiative fordert, dass das Referenz¬≠alter des Renten¬≠ein¬≠tritts aller Geschlechter schritt¬≠weise bis 2030 auf 66 Jahre anzuheben und anschliessend an die Lebens¬≠er¬≠wartung zu binden sei. Kim Rast meinte deshalb: ¬ęDie Initiative der Jungfrei¬≠sin¬≠nigen saniert die AHV und ist keine radikale L√∂sung.¬Ľ Das sah Jona Studhalter ganz anders, denn laut ihm gehe die Initiative klar an der Realit√§t vorbei. Die Zuschauer invol¬≠vierten sich schnell in die Diskussion: man k√∂nne doch einfach auch die Beitr√§ge erh√∂hen. Sebastian Huber ist demge¬≠gen√ľber kritisch einge¬≠stellt, denn es stellt sich schnell die Frage, wie lange eine solche L√∂sung tragbar w√§re. Spannend wurde es, als Moderator Lukas Blaser das Publikum zur Live-Abstimmung bat: √úber 60 Prozent der Teilneh¬≠menden sind f√ľr die Renten¬≠in¬≠itiative der Jungfrei¬≠sin¬≠nigen.

Spange Nord: Zukunfts­projekt oder alter Schinken?

Bereits vor dem ersten Battle zeigte das Publi¬≠kums¬≠voting klar, dass die Mehrheit der Teilneh¬≠menden die Debatte √ľber das Projekt Spange Nord mit der gr√∂ssten Spannung erwartete. Modera¬≠torin Salom√© Rieder betonte, dass das Projekt durchaus umstritten ist und die Meinungen der Leute sehr gespalten sind. F√ľr die Spange Nord setzten sich Lucas Zurkirchen, Jungfrei¬≠sinnige und der f√ľr die JSVP spontan einge¬≠sprungene ‚Äď der geplante JSVP-Referent war kurzfristig verhindert ‚Äď Kilian Kunz ein. Ganz klar gegen das Projekt sprachen sich Judith Schmutz von den Jungen Gr√ľnen und Valentina Milici von der JCVP aus. In einem Punkt waren sich alle vier Jungpo¬≠li¬≠tiker einig: Die Stadt Luzern hat ein Verkehrs¬≠problem. Killian Kunz h√§lt ganz klar fest, dass die Spange Nord das Problem l√∂sen w√ľrde. Valentina Milici argumen¬≠tiert hingegen, dass das Projekt veraltet ist: ¬ęVor 20 Jahren kam die Idee auf. Seit dann hat sich einiges ge√§ndert und es ist weder nachhaltig noch stadt¬≠ver¬≠tr√§glich.¬Ľ Die Pro-Seite verlangte von ihrem Gegen√ľber einen konkreten Vorschlag, wie sie denn die Verkehrs¬≠pro¬≠ble¬≠matik angehen w√ľrden. ¬ęJa, ich habe eine L√∂sung. Wir fahren nicht mehr so viel Auto. Es sollen nur noch die Leute das Auto benutzen, die wirklich darauf angewiesen sind¬Ľ, sagte Judith Schmutz bestimmt. F√ľr Lucas Zurkirchen ¬≠‚Äď der direkt von der Spange Nord betroffen sein wird ‚Äď ist das kein stich¬≠hal¬≠tiges Argument, denn die Spange Nord hat positive Auswir¬≠kungen auf alle Verkehrs¬≠teil¬≠nehmer: ¬ę50% der Massnahmen des Projektes betreffen Fahrrad¬≠fahrer, Busse und Fussg√§nger. Das heisst, dass von der Spange Nord nicht nur die Autofahrer profi¬≠tieren, sondern auch alle anderen Verkehrs¬≠teil¬≠nehmer.¬Ľ

Wie jedes Jahr waren intensive und vor allem √ľberpar¬≠tei¬≠liche Diskus¬≠sionen Teil des Konzepts und die spannungs¬≠ge¬≠la¬≠denen Battles regten die Teilnehmer auch nach dem Anlass zu hitzigen Debatten an. ¬ęWir freuen uns bereits jetzt auf den Schlag¬≠ab¬≠tausch im n√§chsten Jahr!¬Ľ, war nach dem Anlass bei vielen Teilneh¬≠menden zu vernehmen. Seid also beim spezi¬≠ellen Jubil√§¬≠ums¬≠event vom #Leodegar20 unbedingt dabei!


Die Bilder­ga­lerie des #Leodegar19 findet ihr hier

Bilder­ga­lerie #Leodegar19

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Text: Eliane Spirig, Vorstands­mit­glied der JFSLU

Bilder: Salomé Rieder & Eliane Spirig, Vorstands­mit­glieder der JFSLU